Diplomierte Pferdeverhaltenstrainerin

Der Reiter formt das Pferd

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Der Reiter formt das Pferd
15.05.2018 06:29

„Der Reiter formt das Pferd“.

Und was braucht es für das Formen? Richtig. Zeit.

Als ich Fino das allererste Mal sah schlug ich im Geiste die Hände über dem Kopf zusammen, da er mit seinen fünf Jahren noch aussah wie ein Baby. Richtig unfertig. Der Körper formte sich aufgrund der dortigen Trainingsgestaltung nicht in die Richtung eines kräftigen Reitpferdes, welches den Reiter schadenfrei tragen kann –der Rumpfbereich war abgesenkt und aufgrund der Hufstellung und der fehlenden Muskulatur konnte man erkennen, dass er körperlich eigentlich nicht in der Lage war zusätzliches Gewicht zu tragen.

Bei meinem ersten Ritt auf ihm fühlte ich mich wie auf Seenot; sein Gang war schwankend, unsicher und er fühlte sich an wie aus Gummi, wie ein sich windender Wurm. Man hatte immer das Gefühl seine ganzen Körperteile passen und harmonieren nicht zusammen.  

Was er mitbrachte:


- giraffenähnliche Fortbewegung mit weggedrücktem Rücken und staksigem Gang ohne jegliches Untertreten
 




- Er konnte sich ohne Reiter geschweige denn unter dem Reiter nie ausbalanciert, losgelassen und kraftvoll vorwärts bewegen.






 






- enorme Balance- und Taktschwierigkeiten








 








- ein einfaches geradeaus galoppieren war nicht möglich










 










- auf einem Zirkel gehen war nicht möglich, hätte man ihn seitlich angeschubst wäre er umgefallen












 












- fehlende gesunde Muskulatur, um vorerst seinen eigenen Körper schadenfrei tragen zu können.














 














- Es fehlte Kraft und Ausdauer an allen Ecken und Kanten
















 
















- bei Schenkelhilfen blockierte er
















 

 

Ich spürte instinktiv, dass dieses gravierende Gesamtproblem nur über eine lange Zeit und vorerst nur über viel stabilisierendes Training in den Griff zu bekommen war. Auch wenn ich mit dieser Meinung lange alleine war, wusste ich: Das ist der Weg, um ihm aus diesem Schlamassel herauszuhelfen. Zeit geben und sich als Mensch der mentalen und physischen Entwicklung des Pferdes anpassen. Das Reiten hatte ich nach ein paar Mal draufsitzen eingestellt. Und so trainierte ich ihn erst einmal vom Boden aus. Woche für Woche. Ich gestaltete das Training mit ihm vielfältig und motivierend, um mit ihm an Balance, Takt, Geraderichten, Stellen und Kraft und Ausdauer zu arbeiten. Natürlich kamen noch viele erzieherische und spielerische Einheiten hinzu, um nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Gehirnzellen auf Tour zu bringen.

Und heute habe ich ein Pferd, welches über den Rücken schwung- und kraftvoll vorwärts gehen kann, weil ich die dazugehörigen Muskelgruppen darauf trainiert habe. Fino ist motiviert bei der Sache und versucht eifrig jegliche Hilfe prompt umzusetzen.

Natürlich sind wir noch lange nicht am Ziel, aber: Der Weg ist das Ziel!

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